Urheberrecht bei GMod Maps: Grundlagen für Mapper
Urheberrecht bei GMod Maps verständlich erklärt: wem eine Map gehört, was für fremde Inhalte gilt und was Käufer dürfen. Keine Rechtsberatung.
Eine selbst gebaute GMod Map ist als eigenes Werk des Mappers urheberrechtlich geschützt, wenn in ihr eigene gestalterische Entscheidungen stecken, und der Schutz entsteht in den meisten Ländern automatisch mit der Erstellung. Fremde Texturen, Models und Sounds in der Map bleiben aber Sache ihrer jeweiligen Rechteinhaber. Wer eine Map kauft, erwirbt ein Nutzungsrecht nach den Bedingungen des Anbieters und kein Eigentum am Werk.
Wem gehört eine selbst gebaute Map?
In einer Map stecken viele gestalterische Entscheidungen: Layout, Architektur, Lichtstimmung, Details, Wegeführung. Wer diese Entscheidungen trifft und umsetzt, ist in der Regel der Urheber. Das deutsche Urheberrechtsgesetz (UrhG) etwa bestimmt, dass Urheber der Schöpfer des Werkes ist (§ 7) und dass nur persönliche geistige Schöpfungen geschützt sind (§ 2). Eine Anmeldung oder Registrierung ist dafür in den meisten Ländern nicht nötig: Die Berner Übereinkunft, der die meisten Staaten angehören, schließt Förmlichkeiten als Bedingung für den Schutz aus.
Drei Punkte sorgen in der Praxis für Missverständnisse:
- Eigene Leistung zählt. Wer eine fremde Map nur leicht verändert, hat damit in der Regel kein eigenes Werk geschaffen und braucht die Zustimmung des ursprünglichen Mappers, um das Ergebnis zu veröffentlichen oder zu verwerten. Nach deutschem Recht gilt das selbst für eine Bearbeitung, die für sich genommen schöpferisch ist (§§ 3 und 23 UrhG).
- Teamarbeit. Bauen mehrere Personen gemeinsam an einer Map, haben meist auch mehrere Personen Rechte daran. In Deutschland können Miturheber, deren Anteile sich nicht gesondert verwerten lassen, das Werk nur gemeinsam veröffentlichen und verwerten (§ 8 UrhG). Haltet vorher schriftlich fest, wer was beiträgt und wer die Map veröffentlichen oder verkaufen darf.
- Auftragsarbeit. Wer eine Map bezahlt, wird damit nicht automatisch Urheber oder Inhaber aller Rechte. In Deutschland etwa ist das Urheberrecht selbst außer im Erbfall nicht übertragbar (§ 29 UrhG); der Auftraggeber erhält Nutzungsrechte, deren Umfang sich nach der Vereinbarung und dem Vertragszweck richtet (§ 31 UrhG). Entscheidend ist, was vereinbart wurde, und die Regeln dazu sind je nach Land unterschiedlich.
Fremde Inhalte in der Map
Kaum eine Map besteht nur aus eigenen Inhalten. Für jeden Bestandteil lohnt sich die Frage, woher er kommt und was du damit tun darfst.
| Bestandteil | Wer hält in der Regel die Rechte | Was du klären solltest |
|---|---|---|
| Eigenes Layout, eigene Texturen und Models | Du | Projektdateien und Zwischenstände aufbewahren |
| Texturen, Models, Sounds anderer Ersteller | Die jeweiligen Ersteller | Lizenz lesen: kommerzielle Nutzung, Weitergabe, Namensnennung |
| Inhalte aus Spielen | Die Hersteller der Spiele | Aktuelle Nutzungsbedingungen selbst prüfen |
| Kostenlose Asset-Pakete aus dem Netz | Die Ersteller, oft unklar | Quelle und Lizenz dokumentieren, im Zweifel weglassen |
| Reale Marken und Logos | Die Markeninhaber | Vermeiden oder Erlaubnis einholen |
Der häufigste Irrtum lautet: Was kostenlos herunterladbar ist, darf frei verwendet werden. Das stimmt so nicht. Viele Ersteller erlauben die Nutzung nur für nicht kommerzielle Projekte oder nur mit Namensnennung. Spätestens wenn du eine Map verkaufst, musst du für jeden fremden Inhalt wissen, ob das gedeckt ist.
Was die Bedingungen von Engine- und Spieleherstellern für kommerzielle Projekte vorsehen, liest du am besten in den jeweils aktuellen Fassungen selbst nach. Für GMod Maps sind das vor allem das Steam Subscriber Agreement, das einen eigenen Abschnitt zu den Entwicklerwerkzeugen von Valve wie dem Hammer Editor, zu damit erstellten Inhalten und zur kommerziellen Nutzung enthält, und die Modding Guidelines von Facepunch. Eine Bewertung nimmt dieser Artikel nicht vor.
Wichtig ist auch die Trennung von Technik und Recht. Dass sich Inhalte in eine BSP einbetten lassen, sagt nichts darüber, ob du sie weitergeben darfst. Wie das Packen technisch funktioniert, beschreibt der Artikel Custom Content in die BSP packen.
Was ein Käufer mit einer gekauften Map darf
Beim Kauf einer Map bekommst du eine Datei und das Recht, sie in einem bestimmten Rahmen zu nutzen. Diesen Rahmen legen die Bedingungen des Anbieters oder des Mappers fest. Üblich ist die Nutzung auf dem eigenen Server. Üblicherweise nicht enthalten sind Weiterverkauf, erneutes Hochladen und die Weitergabe an Dritte.
Eine Datei zu besitzen heißt also nicht, das Werk zu besitzen. Das gilt auch für Umbauten: Ob du eine gekaufte Map dekompilieren und verändern darfst, hängt von den Bedingungen und vom anwendbaren Recht ab. In Deutschland etwa darf eine umgestaltete Fassung eines Werkes nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht oder verwertet werden (§ 23 UrhG). Hintergründe zum technischen Teil stehen unter BSP dekompilieren erklärt. Wenn du Anpassungen brauchst, frag den Mapper. Viele bieten das an.
Weitergabe und Re-Upload
Eine fremde Map ohne Zustimmung weiterzugeben oder erneut hochzuladen, ist in der Regel nicht erlaubt. Das gilt auch dann, wenn kein Geld fließt, und auch dann, wenn du die Map selbst regulär gekauft hast. Nach deutschem Recht etwa sind das Vervielfältigen, das Verbreiten und das Bereitstellen zum Download dem Urheber vorbehalten, und keines dieser Rechte setzt einen kommerziellen Zweck voraus (§§ 15, 16, 17 und 19a UrhG). Für Mapper bedeutet das umgekehrt: Du kannst gegen unerlaubte Kopien vorgehen, etwa über die Meldewege der Plattformen. Das praktische Vorgehen steht im Artikel Map geleakt: Was tun?.
Was du als Mapper dokumentieren solltest
Im Streitfall hilft dir, was du belegen kannst. Diese Unterlagen kosten wenig Aufwand und sind später viel wert:
- Projektdateien mit Zwischenständen, also ältere Fassungen deiner .vmf mit Datum
- Frühe Screenshots aus dem Editor und aus Testläufen
- Eine Liste aller fremden Inhalte mit Quelle, Ersteller und Lizenz
- Veröffentlichungsdaten und Versionsnummern jeder Fassung
- Schriftliche Absprachen mit Mitwirkenden und Auftraggebern
- Prüfsummen der Dateien, die du veröffentlicht hast
Bewahre die Projektdateien getrennt von der veröffentlichten Map auf und gib sie nicht ungefragt weiter. Wer die Quelldateien hat, kann am leichtesten belegen, dass er die Map gebaut hat.
Wie bspmarket.de damit umgeht
Auf bspmarket.de behalten Creator die Rechte an ihren Inhalten. Käufer erhalten Nutzungsrechte nach den Nutzungsbedingungen der Plattform, Weitergabe und Re-Upload gehören nicht dazu. Technisch kann das ein Fingerprint begleiten, wenn der Creator ihn für sein Produkt nutzt: Jede Käuferkopie erhält dann einen individuellen technischen Nachweis, der sich serverseitig einer Auslieferung zuordnen lässt. Damit wird die Herkunft einer Kopie belegbar. Die rechtliche Frage, wem ein Werk gehört, beantwortet es nicht. Wie der Nachweis aufgebaut ist und wo seine Grenzen liegen, zeigt die Seite Schutz erklärt. Wenn du selbst verkaufen möchtest, findest du den Einstieg unter Creator werden.
Häufige Fragen
Muss ich meine Map registrieren, damit sie geschützt ist?
In den meisten Ländern nicht, der Schutz entsteht dort mit der Erstellung. Trotzdem solltest du belegen können, dass und wann du die Map gebaut hast. Projektdateien mit Datum und frühe Screenshots sind dafür die einfachste Grundlage.
Darf ich eine Map verkaufen, die Inhalte aus anderen Spielen benötigt?
Das hängt von den Bedingungen der jeweiligen Rechteinhaber ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Für Inhalte aus Valve-Spielen untersagt das Steam Subscriber Agreement, sie ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Valve zu kopieren oder weiterzuverbreiten, soweit die Vereinbarung selbst oder das geltende Recht es nicht erlauben. Technisch üblich ist deshalb, solche Inhalte nicht mitzuliefern, sondern als Voraussetzung anzugeben. Ob das für dein Projekt genügt, klärst du im Zweifel mit anwaltlicher Hilfe.
Gehört mir eine Auftragsmap automatisch, wenn ich sie bezahlt habe?
Nicht automatisch. Welche Rechte du bekommst, etwa exklusive Nutzung oder die Quelldateien, sollte vor Beginn schriftlich vereinbart sein. Ohne klare Absprache entstehen später leicht Konflikte.
Darf ich eine gekaufte Map für meinen Server umbauen?
In der Regel nur, wenn die Bedingungen des Anbieters oder eine Absprache mit dem Mapper das erlauben. Frag im Zweifel vorher nach. Eine kurze schriftliche Zusage schützt beide Seiten.